Israel und Palästina - “Auf den Spuren Jesu”

18. Okt 2019

Pilgerreise der Katholischen Kirchengemeinde St. Nazarius Lorsch

Der Blick von unserer Unterkunft Ecce Homo im Arabischen Viertel von Jerusalem
Der Blick von unserer Unterkunft Ecce Homo im Arabischen Viertel von Jerusalem

Ein kleiner persönlicher Reisebericht

„Eine Reise beginnt im Herzen ...“ so stand es auf den Reiseinformationen, die wir – 44 Mitglieder der Pfarrgruppe St. Nazarius Lorsch und St. Michael Einhausen sowie der früheren Gemeinden Pfarrer Bartmanns St. Pankratius Hechtsheim und St. Laurentius Ebersheim – im Vorfeld der Reise erhielten.

Heute wissen wir: Sie beginnt nicht nur im Herzen, sie bleibt auch darin. Eine gute Woche nachdem wir nun schon wieder in Lorsch sind, werde ich oft gefragt, wie denn die Reise war und es ist wirklich schwierig kurz darauf zu antworten. Wir haben so viel gesehen und erlebt, dass es sicher noch lange dauern wird, bis man die vielfältigen Eindrücke verarbeitet hat. Wir waren mit dem Boot auf dem See Genezareth, haben im Toten Meer gebadet und sind durch die Olivenfelder von Battir gewandert.

Mit dem Boot auf dem See Genezareth
Mit dem Boot auf dem See Genezareth
Spaß beim abendlichen Baden im See Genezareth!
Spaß beim abendlichen Baden im See Genezareth!

Besonders eindrucksvoll waren die Gottesdienste, die wir mit Pfarrer Bartmann an den besonderen Orten feiern durften: auf den Spuren Jesu waren wir in Nazareth im Centre International Marie de Nazareth in der Nähe der Verkündigungskirche oder saßen auf Holzstämmen in Dalmanutha direkt am See Genezareth und lauschten den Predigten Pfarrer Bartmanns. In Magdala wurde uns Maria Magdalena neu gezeigt und in Bethlehem hielten wir "Weihnachtsgottesdienst" auf den Hirtenfeldern. Ein besonderes Erlebnis war der Gottesdienst in der Grabeskirche in Jerusalem.

Gerade bei den Gottesdiensten hatten alle der Gruppe ihre persönlichen emotionalen Momente und sicher werden wir das nächste Kirchenjahr anders wahrnehmen und beim Hören des Evangeliums werden uns die Orte vor Augen sein.

Der Weg vom Berg der Seligpreisungen hinunter zum See Genezareth
Der Weg vom Berg der Seligpreisungen hinunter zum See Genezareth
Wunderschöne Kirche in Magdala: auch hier durften wir Gottesdienst feiern
Wunderschöne Kirche in Magdala: auch hier durften wir Gottesdienst feiern

Wir haben aber auch die besondere politische Situation bedingt durch das Zusammentreffen der unterschiedlichen Religionen und Kulturen erlebt. Als Beispiel möchte ich hier den sechsten Tag unserer Reise kurz beschreiben: Übernachtet haben wir im Zentrum von Bethlehem, das in der West Bank, Palästina, liegt. Von dort mussten wir den Checkpoint an der Mauer zwischen Israel und Palästina passieren. Ein sehr bedrückender Moment, der uns allen gezeigt hat, wie wichtig es ist Mauern ab- und nicht aufzubauen. Es ging weiter nach Yad Vashem, der eindrucksvollen Holocaust Gedenkstätte. Für mich war es ein sehr beklemmendes Gefühl, sich diesem Teil deutscher Geschichte direkt in Israel zu stellen. Dabei setzt Yad Vashem nicht auf abschreckende Bilder, sondern zeigt Schicksale von Menschen. Wenig später dann beteten wir das Vaterunser in der Pater Noster Kirche und gingen schließlich auf den Ölberg zum Garten Gethsemane in die Kirche der Nationen. Von dort ist der Blick auf Jerusalem atemberaubend schön. Dann führte der Weg zu Fuß nach oben in die Stadt durch das Löwentor, wo wir unser Domizil in einem christlichen Pilgerhaus - allerdings direkt im arabischen Viertel - bezogen, was uns der durchdringende Ruf des Muezzin auch gleich bewusst machte. Schließlich fuhren wir noch durch das nächtliche Jerusalem ins jüdische ultra-orthodoxe Viertel und bekamen einen kleinen Eindruck von den Vorbereitungen auf Jom Kippur. Wie könnte ein Tag gegensätzlicher sein?

So viele Schicksale: in Yad Vashem bekommen die Toten einen Namen
So viele Schicksale: in Yad Vashem bekommen die Toten einen Namen
Unser Weg hinauf nach Jerusalem durch das Löwentor
Unser Weg hinauf nach Jerusalem durch das Löwentor

So gegensätzlich das Land, so unterschiedlich waren auch unsere Reiseführer: da war die Schweizer Kibuz-Bewohnerin am See Genezareth, der junge Israeli an der Felsenfestung Masada, der Palästinenser in Bethlehem und schließlich der nach Israel ausgewanderte und mit einer Jüdin verheiratete Religionslehrer aus Deutschland. So bekamen wir nicht nur typische Informationen der Reiseführer, sondern auch tiefere Einblicke in das Leben in Israel und Palästina.

Die 9 Tage waren kurz und doch sehr lang und unglaublich intensiv. Danke besonders an Pfarrer Bartmann für diese unvergessliche Reise!

Shalom und Lehitraot

Michaela Ludwig-Gross

An der Via Dolorosa: der Überlieferung nach hat Jesus sich auf dem Kreuzweg hier abgestützt.
An der Via Dolorosa: der Überlieferung nach hat Jesus sich auf dem Kreuzweg hier abgestützt.
Unser Pilgerkreuz auf dem Salbungsstein in der Grabeskirche
Unser Pilgerkreuz auf dem Salbungsstein in der Grabeskirche
Garten Gethsemane
Garten Gethsemane
Die Klagemauer
Die Klagemauer
Gruppenbild am Berg der Seligpreisungen
Gruppenbild am Berg der Seligpreisungen
Petrusfisch
Petrusfisch
Pfarrer Bartmann bei seiner Predigt in Bethlehem
Pfarrer Bartmann bei seiner Predigt in Bethlehem
Beim Eingang zur Geburtskirche muss man sich klein machen.
Beim Eingang zur Geburtskirche muss man sich klein machen.
An der Geburtsgrotte
An der Geburtsgrotte
Abendrot in der Wüste Palästinas
Abendrot in der Wüste Palästinas
Blick von Masada auf das Tote Meer
Blick von Masada auf das Tote Meer
Spaß beim Baden im Toten Meer: Die Zeitung muss natürlich sein!
Spaß beim Baden im Toten Meer: Die Zeitung muss natürlich sein!
Der tiefste Punkt der Erde: -420 Meter
Der tiefste Punkt der Erde: -420 Meter
Felsendom auf dem Tempelberg
Felsendom auf dem Tempelberg